Die schönsten christlichen Lieder (4) – Das Abendlied von Matthias Claudius (Text) und J. A. P. Schulz (Melodie)

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In der Auflistung der schönsten christlichen Lieder darf  auch das Abendlied (“Der Mond ist aufgegangen”) von Matthias Claudius (Text) und J. A. P. Schulz (Melodie) nicht fehlen.

Das Gedicht “Das  Abendlied” von Matthias Claudius (∗1740 – † 1815) und dessen Vertonung mit der eindringlichen Melodie von Johann Abraham Peter Schulz (J. A. P. Schulz) (∗1747 – † 1800) gehört nicht nur zu den schönsten christlichen Liedern der Welt, es ist vielmehr nicht wegzudenken aus dem deutschen Kulturgut.

Nicht nur Trost für Kinderherzen – sondern wahre Weisheit!

Das Gedicht „Das Abendlied“ ist voller Weisheit und zählt wohl zu den bekanntesten und meiner Meinung nach schönsten deutschen Gedichten überhaupt. „Das Abendlied“ als christliches Lied wurde in dem Evangelischen, sowie katholischen Gesangbüchern aufgenommen und aufgrund der einfachen und einprägsamen Melodie schaffte es „Das Abendlied“ auch eines der bekanntesten deutschen Kinderlieder zu werden.

Das Abendlied hat über Generationen hinweg Künstler inspiriert. Das folgende YouTube Video zeigt beispielsweise eine wunderschöne Interpretation von Herbert Grönemeyer. Wer Lust hat mitzulesen oder sogar mitzusingen findet unter dem Video den Text. Abschließend findet noch ein YouTube Video mit einer “klassischen” Wiedergabe des Abendliedes gesungen vom Chor der Lilienfelder Cantorei unter der Leitung von Klaus-Martin Bresgott.




 

und hier der Text des Abendliedes zum mitsingen:

Das Abendlied von Matthias Claudius

Der Mond ist aufgegangen
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar:
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.

Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.

Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.

Wir stolze Menschenkinder
Sind eitel arme Sünder,
Und wissen gar nicht viel;
Wir spinnen Luftgespinste,
Und suchen viele Künste,
Und kommen weiter von dem Ziel.

Gott, laß uns dein Heil schauen,
Auf nichts vergänglichs trauen,
Nicht Eitelkeit uns freun!
Laß uns einfältig werden,
Und vor dir hier auf Erden
Wie Kinder fromm und fröhlich sein!

Wollst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt uns nehmen
Durch einen sanften Tod,
Und wenn du uns genommen,
Laß uns in Himmel kommen,
Du lieber treuer frommer Gott!

So legt euch denn, ihr Brüder,
In Gottes Namen nieder!
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon’ uns Gott mit Strafen,
Und laß uns ruhig schlafen,
Und unsern kranken Nachbar auch!


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